Der Zweck heiligt die Mittel

Dreiakter von Walter G. Pfaus



Am 23., 24. und 25. Oktober 2015 war es wieder soweit. Die neue Aufführung des Rurauen-Theaters hieß: "Der Zweck heiligt die Mittel" und ist von Walter G. Pfaus geschrieben.




Melanie Thönnißen, die die Regie übernommen hatte und gleichzeitig die Rolle der Heidi Mohr spielte, begrüßte zu Beginn die Zuschauer und erläuterte kurz das Geschehen.

Schauplatz des Geschehens ist das Rathaus Orsbeck, es geht um heimliche Liebe, Intrigen, Beamtenschieberei und die Macht des Dorftratsches. Simon Kretzer, ein Beamter, der die Arbeit nicht erfunden hat, entwickelt jedoch ungeahnte Fähigkeiten, als es darum geht, seine Liebe zu Elisabeth Hoffmann gesellschaftlich zu legitimieren. Die beiden Angestelltinnen Heidi Mohr, nicht die Intelligenteste, aber hübsch und nett und nicht auf den Mund gefallen, und Olga Früh, die ebenfalls sehr schlagfertig ist, teilen mit ihm das Büro.

Simon schläft, Heidi löst Kreuzworträtsel: "Schlafstelle mit 4 Buchstaben?" - "Büro", ruft Simon, ohne die Augen zu öffnen. Olga Früh kommt zu spät, sie war auf einer Fortbildung: "Ich bin so blöd wie vorher!" - "Aber auf einer höheren Ebene", meint Simon.

Da betritt der nicht so beliebte Beamte, Ewald Dürr, das Büro und bittet Heidi zum Diktat nach nebenan in sein Zimmer.

Der wie immer sehr hektische Bürgermeister Konrad Überall kommt aus seinem Zimmer. Er ist ganz aufgeregt, weil sein Stellvertreter Heinz Prachtmann das Bundesverdienstkreuz überreicht bekommen soll. Deshalb bittet er Simon, ins Archiv zu gehen und alles Interessante und Wissenswerte über Gemeinderat Prachtmann herauszusuchen und für eine Rede zusammenzustellen.

In dem Moment betritt Magda Henne, das Sprachrohr der Gemeinde, die Bühne. Sie ist Dauergast im Rathaus. Dieses Mal will sie sich für einen Volkshochschulkurs anmelden, in Wirklichkeit interessiert sie sich nur für den neuesten Tratsch. Als sie erfährt, dass Prachtmann das Bundesverdienstkreuz bekommen soll, fällt sie aus allen Wolken, weil sie aus sicherer Quelle erfahren hat, dass er schon wieder eine neue Liebschaft angefangen hat, dieses Mal mit Elisabeth Hoffmann. "Je älter der Hammel wird, desto jünger werden die Lämmer."

Der Bürgermeister ist dem Herzinfarkt nahe, als Simon ihm dieses Gerücht mitteilt. Ein solcher Schürzenjäger kann doch nicht das Verdienstkreuz bekommen. "Mein Herz! Das hält mein Herz nicht aus ... Das ist das Ende... Der Landrat betritt unser Rathaus nie mehr."

Simon ist seit über einem Jahr in Elisabeth verliebt, doch davon darf niemand erfahren, denn ihr Vater ist als Rechter im Ort absolut unbeliebt. Jetzt erkennt er seine Chance. "Ich meine, wenn man jemanden hätte, der sagen würde, dass er in der letzten Nacht bei der Hoffmann war. Verstehen Sie? Jemand, der glaubwürdig ist ..."

2 Tage später kommt Heidi gerade etwas derangiert (die Haare sind durcheinander, ihre Bluse ist noch offen) aus Ewalds Büro. Deshalb bemerkt sie zunächst nicht "das Huhn" (Frau Henne), die schon wieder im Rathaus ist, obwohl Mittwoch Nachmittag kein Publikumsverkehr ist. Jetzt wollte sie Frau Huber für den Spanischkurs anmelden.

Zwischenzeitlich hat Frau Prachtmann durch den Dorfklatsch erfahren, dass Heinz angeblich wieder eine Liebschaft hat. Alle Beteuerungen ihres Mannes, dass er dieses Mal unschuldig ist, können sie nicht überzeugen. Da muss Simon die Dinge klären, aber das kostet. Zusammen mit Prachtmann und dem Bürgermeister wird besprochen, dass er zukünftig 2 Gehaltsstufen höher, nämlich A 12, erhalten soll. Das will er natürlich schriftlich haben.

Alles ist vorbereitet für den großen Empfang zur Verleihung des Verdienstkreuzes an Herrn Prachtmann, Simon kann seine geliebte Elisabeth heiraten und erhält auch noch seine Höherstufung.

Happy end!

Das Publikum belohnte diese hervorragende Umsetzung und schauspielerische Leistung mit "standing ovations", mehr kann man nicht erwarten!

Zum Schluss betrat Sascha Lengersdorf die Bühne, bedankte sich bei allen Aktiven, auch bei den nicht auf der Bühne sichtbaren Helferinnen und Helfern.

Person Darsteller  
Simon Kretzer Bert Wientgen
Heidi Mohr Melanie Thönnißen
Olga Früh Ellen Gerighausen
Konrad Überall Thomas Steinbusch
Heinz Prachtmann Stephan Lintzen
Elisabeth Hoffmann Ruth Wientgen
Ewald Dürr Michael Staschewski
Magda Henne Monika Matzerath
Soufleuse Notburga Lachcinski
Bühne/Requisite Hans Stolingwa, Iris Malter, Kerstin Zawiga (ohne Bild)
Maske/Hairstyling Frisörsalon Haargenau, Inhaberin Marot Reiners, Margit Hermanns, Melanie Thönnißen und Familie
Bewirtung die Damen und Herren des UKV

Die Zuschauer waren begeistert von der großartigen Aufführung. Die Rurauen-Theater-Gruppe hat sich ein dickes Lob verdient.