Das heutige Dorf Orsbeck-Luchtenberg ist ein sehr alter Kultur- und Siedlungsraum. Die ältesten Funde - grob behauene Werkzeuge - stammen aus dem Mesolithikum – der mittleren Periode der Steinzeit, etwa 8000 v. Chr. Die Funde weisen auf eine Besiedlung hin.
Aus der Römerzeit, ca. 50 v. Chr. bis ca 350 nach Chr. liegen zahlreiche Funde vor: Geschirrscherben, Römisches Tongeschirr, Münzen, Straßenfundamente und Römische Ziegel.
Die Römische Siedlung lag an einer Straße nach Neuss, in der Nähe einer Furt durch die Rur. Auf dem heutigen Kirchhügel wird ein kleiner, heidnischer Tempel gestanden haben, ein gefundenes Fundament weist darauf hin.

Nach der Christianisierung des Römischen Reiches (4. Jh.) erfolgt hier ein erster Kirchenbau, ein Holzbau. Die Kirche gilt als die älteste christliche Kultstätte im Gebiet Heinsberg – Wassenberg. Nach der Schlacht bei Zülpich 496 werden viele Kirchen nach dem hl. Martin geweiht – so auch Orsbeck.
Um 500 erfolgt die Belehnung des Raumes Orsbeck an eine Frankenfamilie, Sitz: Auf dem Viller. (Viller – lat. Villa = Ort, Dorf)

Im 5. und 6. Jh. wurde ein Friedhof angelegt, hiervon liegen zahlreiche Funde vor. Waffen, Schmuck, Crucifix. Vor der Stiftsgründung in Wassenberg 1118 gehört Wassenberg zum Pfarrbereich Orsbeck. Die Kirche – ein Saalbau – ist im Kern mittelalterlich. Das Kirchenschiff stammt aus dem 18. Jh., um 1830 wurde ein neuer Chor gebaut , 1933 ein Querschiff. Der Kirchturm – romanisch-gotisch – stammt aus dem 11. – 12. Jh.

Wahrzeichen des Ortes: Kirche St. Martini

Foto links: Karl-Heinz Kreiter  

Winterimpressionen an der Rur

Fotos: Karl-Heinz Kreiter  

Seit der Gauverfasssung Karls des Großen (um 800 n. Chr.) gehört Orsbeck zum Mühlgau.
Mit der Gründung Wassenbergs 1021 kommt Orsbeck zum Wassenberger Land.
Durch die Heirat Juttas von Wassenberg im Jahre 1118 mit dem Herzog von Limburg fällt das Wassenberger Land an das Herzogtum Limburg.
1241 verfügt Gerhard von Wassenberg über die Orsbecker Mühle.
Infolge des Limburger Erbfolgestreites im Jahre 1296 fällt Orsbeck mit Wassenberg an das Herzogtum Brabant.
Im 13 Jh. wird eine heute noch vorhandenen Kirchenglocke gegossen – die älteste Glocke im Rurtal.
1404 gehört Orsbeck zum Herzogtum Burgund.
Für das Jahr 1460 ist ein Fährbetrieb über die Rur nachgewiesen.
1494 fällt Orsbeck durch Verkauf des Wassenberger Landes an das Herzogtum Jülich.
Im 16. – 18. Jh. herrschen fast ständig Kriegswirren.
1647 hat das Wassenberger Stift die Baupflicht für die Kirche.
In den Jahren 1659 und 1661 plündern Französisch-Spanische Streifkorps Orsbeck.
1676 erhält der Herzog von Jülich die Rechte, in Orsbeck Kirchenämter zu besetzen.
1794 siegen die Französischen Revolutionstruppen in der Schlacht an der Rur. Orsbeck ist bis 1814 französisch.
1802 erhält die Kirche infolge der Säkularisation Reliquien (u.a. Kreuzpartikel) aus dem Zisterzienserkloster Dalheim und entwickelt sich zum Wallfahrtsort.
1815 wird Orsbeck preußisch.
1832 erhält der Ort eine erste Holzbrücke über die Rur.
1944, gegen Ende des 2. Weltkrieges, gibt es erhebliche Zerstörungen in Orsbeck (Rurbrücke durch Bomben zerstört; Hauszerstörungen am 31.Dez. 1944)
Nach dem Bau einer behelfsmäßigen Holzbrücke über die Rur wird bereits 1949 ein Neubau der Rurbrücke fertiggestellt.
1969/70wird eine Umgehungsstraße gebaut, wodurch der kurvenreiche, winklige Dorfkern entlastet wird.
Durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1972 kommt Orsbeck zur neuen Gemeinde Wassenberg. Diese erhält 1973 die Stadtrechte – Orsbeck wir „Stadtteil“.
Im Jahre 2006 wird die Brückenkonstruktion über die Rur erneuert.

Die Rur

Fotos rechts oben und links unten: Karl-Heinz Kreiter http://www.kreiter.info/familie/docs/wassenberg/wassenberg.htm

1832 erhält der Ort eine erste Holzbrücke über die Rur.
1944, gegen Ende des 2. Weltkrieges, gibt es erhebliche Zerstörungen in Orsbeck (Rurbrücke durch Bomben zerstört; Hauszerstörungen am 31.Dez. 1944)
Nach dem Bau einer behelfsmäßigen Holzbrücke über die Rur wird bereits 1949 ein Neubau der Rurbrücke fertiggestellt.
1969/70wird eine Umgehungsstraße gebaut, wodurch der kurvenreiche, winklige Dorfkern entlastet wird.
Durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1972 kommt Orsbeck zur neuen Gemeinde Wassenberg. Diese erhält 1973 die Stadtrechte – Orsbeck wir „Stadtteil“.
Im Jahre 2006 wird die Brückenkonstruktion über die Rur erneuert.

Das Vieh auf Orsbecks Auen

Familie „von Orsbeck“

1501 sind Johan v. Vlodorp zu Vlodorp und Elsum und Thomas von Orsbeck zu Olbrück im Besitz der Kirchenpatronate. Die Familie „von Orsbeck“, die mit dem Trierer Kurfürsten Johann Hugo 1711 ausstarb, war seit dem 12. Jh. im Besitz von Orsbeck.
Bis 1217 kommen Mitglieder derer „von Orsbeck“ als Lehenmannen (Mieter) der Grafen von Jülich und Berg sowie des Erzbischofs von Köln vor.
1252 war ein Johan von Orsbeck Vogt in Wassenberg.
Um 1350 erwarb ein Stephan von Orsbeck das Haus Orsbeck bei Wildenrath – seit 1561 in Arsbeck umbenannt - und verkaufte es 1441 wieder. (F. Meyer, 1928)
1370 übersiedelt die Familie von Orsbeck in den Köln-Trierer Raum.
1517 ist Reinhard von Orsbeck Probst zu Millen.
1583 –1595 ist Eremundus von Orsbeck Probst in Wassenberg.
1626 stirbt Dietrich von Orsbeck, Domherr zu Paderborn und Probst zu Wassenberg.

Generalapotheker a.D. H. Heidemanns

Literatur

Broich – Heinrichs, Kirchengeschichte des Wassenberger Raumes; Druck: Himmels, 1958, Geilenkirchen

W. Piepers, Archäologie im Kreis Heinsberg, Selbstverlag Kreis Heinsberg, 1989

P. Clemens, Kunstdenkmäler im Kreis Heinsberg, L. Schwann, Düsseldorf, 1904

Franz Meyer, Heimatkalender Heinsberg 1928

P.A. Tholen in: Heimatkalender Heinsberg 1928